Die Sprachen von Evedir: Laut und Schrift

Letzte Woche habe ich euch berichtet, wie ich vorgehe, wenn ich eine neue Welt plane. Dabei klang auch schon an, dass darauf die jeweiligen Sprachen aufbauen. Aber wie genau funktioniert das? Das möchte ich euch heute am Beispiel der Sprache von Kayd erklären.

 

Die Grundlagen am Beispiel von Kayd

Wie ich letzte Woche angedeutet habe, hat jede Welt grundlegende Eigenschaften, die sich in all ihren Aspekten zum Teil widerspiegelt. Auch die Sprachen bauen darauf auf. So ist die Welt Kayd, die ihr demnächst in der Novelle »Spiegelherz« kennenlernen könnt, beispielsweise eine Welt, die sich unter anderem mit Harmonie beschäftigt.
Als harmonischste Sprache unserer Welt gilt das Hawaiische. Das liegt daran, dass die Silben der Wörter meist aus einem Konsonanten und einem Vokal aufgebaut sind und zwar in dieser Reihenfolge. In anderen Sprachen kann auf den Vokal ein weiterer Konsonant folgen, was weniger harmonisch klingt. Diese lautliche Regel habe ich für die Sprache von Kayd als erstes übernommen.

 

Das Schriftsystem

Nachdem ich eine ungefähre Vorstellung davon hatte, wie die Sprache klingen soll, stellte ich mir die Frage, wie sie repräsentiert wird. In unserer eigenen Welt gibt es die Möglichkeit, einzelne Laute oder aber Silben oder sogar ganze Wörter als Zeichen darzustellen. Je nachdem, welche Variante man wählt, erhält man unterschiedlich viele Zeichen.
Nimmt man zum Beispiel die Wörter ›Kowani‹ (einer der Dämonenstämme aus Kayd) und ›Konami‹ (Berater der menschlichen Könige) würden sich daraus folgende Möglichkeiten ergeben:

 

 

Bei der Repräsentation in Buchstaben gibt es die größte Überschneidung (blau). ›K‹, ›O‹, ›A‹, ›N‹ und ›I‹ können in beiden Wörtern verwendet werden. Lediglich ›W‹ und ›M‹ unterscheiden sich. Verwendet man Buchstaben, benötigt man also nur wenige Zeichen, da sie immer wiederkehren.
Bei einer Repräsentation von Silben benötigt man im Fall dieser beiden Wörter zwar nur 5 Zeichen, insgesamt jedoch mehr als bei den Buchstaben, weil die Überschneidung geringer ist. Lediglich die Silbe ›KO‹ kann in beiden Wörtern verwendet werden.
Die meisten Zeichen werden nötig, wenn man Wörter als einzelne Zeichen repräsentiert. Hier könnte es nur bei Zusammensetzungen zu Überschneidungen kommen, sofern diese nicht auch über eigene Zeichen verfügen.

Als Sprache, deren Silben immer gleich aufgebaut sind, erschien mir eine Repräsentation nach Silben für die Sprache von Kayd geeigneter. Hierüber lassen sich außerdem Besonderheiten der Welt besser darstellen, was der nächste Schritt im Aufbau der Sprache ist.

 

Eine Besonderheit der Sprache

Die Dämonen von Kayd glauben an die so genannten ›sieben Ordnungen‹. Diese entsprechen sieben Silben, werden jedoch mit anderen Schriftzeichen dargestellt als die Silben, mit denen normale Wörter geschrieben werden. Die Silben der sieben Ordnungen sind: KO, KI, KY, KÈ, KE, KA und KU.
Nach diesen Silben sind die Dämonenvölker geordnet, da die Silbe als Namensbestandteil verrät, welcher Ordnung sie angehören. So gehören die Kowani zur ersten Ordnung, während die Kahenu zur sechsten Ordnung gehören.
Über diese Silben wird auch gekennzeichnet, wenn ein Volk gravierend gegen die Regeln seiner Welt verstößt. So wurde das Ki der ›TaKI‹ in KKI geändert. Heute heißt das Volk damit TaKKI.

 

Auch die Sprachen der anderen Welten entwickle ich ähnlich. Dazu kommt natürlich noch die Entstehung der Wörter und der Aufbau der Sätze, doch das sind Themen für einen anderen Tag.
Nächste Woche bin ich auf der Frankfurter Buchmesse und werde Sonntag dann darüber berichten.

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